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Die Sozialisierung des Internet PDF Print
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Social Media für Unternehmen

In der einfachsten Variante lässt sich Social Media passiv nutzen: durch reines Zuhören. Unternehmen erfahren, wie über sie gesprochen wird. Was bewegt die Zielgruppe, wünscht oder bemängelt sie? Im Idealfall regen Unternehmen Gespräche an und nehmen selbst daran teil. Durch gezieltes Monitoring und Auswerten können Rückschlüsse gezogen und Verbesserungsmaßnahmen entwickelt werden. Gespräche können, je nach Zielgruppe, auf verschiedenen Plattformen stattfinden: Facebook für jüngere Zielgruppen, Xing für B2B-Gespräche, Twitter für webaffine Zielgruppen etc. Vorbei sind die Zeiten, in denen sich Kunden ausschließlich auf der eigenen Webseite tummelten. Im Social Web müssen Unternehmen zum Kunden gehen.

Kleiner Knopf – große Wirkung. Der Siegeszug des „Gefällt mir“-Buttons hinterlässt seine Spuren, deutlich sichtbar auf vielen Webseiten. Spätestens mit ihm wurde das Schicksal des Internet als gigantisches Empfehlungsnetzwerk besiegelt. Unternehmen profitieren von der Entwicklung, indem sie es gut gesinnten Personen ermöglichen, mit einem Klick eine Empfehlung an ihr Netzwerk auszusprechen. Doch Vorsicht! Es lauern rechtliche Fallstricke. In seiner Basiskonfiguration widerspricht der Button deutschem Datenschutzrecht: Mit dem Aufpoppen des Buttons auf der Website werden personenbezogende Daten des Besuchers zu Zuckerbergs nach Facebook übermittelt. Abhilfe schafft ein Umkonfigurieren. Übrigens gibt es die sog. Social Bookmarks für sämtliche Netzwerke wie bspw. Xing oder Twitter.

Abzuwarten und sich nicht mit dem Thema vertraut zu machen kann durchaus als ernstzunehmendes Risiko betrachtet werden. Nehmen wir z.B. Twitter: Diejenigen, die sich bereits vor zwei Jahren in dieser Community engagiert haben, können heute zum Teil mehrstellige Zahlen an Followern aufweisen und nutzen. Ein First-mover-Vorteil, der erst einmal eingeholt werden muss. Ein weiteres Risiko betrifft das Thema Social Media-Monitoring. Wenn Unternehmen nicht einmal passiv überwachen, wie im Web über sie gesprochen wird, haben sie auch keine Möglichkeit, Gerüchten oder Falschaussagen entgegenzusteuern. Sie bekommen es einfach nicht mit. Awareness! Abhilfe schaffen Social Media-Monitoring-Tools. Die gibt es von kostenlos bis teuer. Ein Einstieg ist Google Alerts. Jedes Mal, wenn ein bestimmter Begriff (Produkt, Firma) auf einer von Google neu indizierten Website auftaucht, wird darüber informiert. Sobald sich Mitarbeiter im Social-Web engagieren, sollten ihnen bestimmte Spiel- oder Verhaltensregeln mit auf den Weg gegeben werden. Ansonsten kann es passieren, dass Dinge ausgeplappert werden, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind. Oder dass sich Privat- und Geschäftsaccounts miteinander vermischen. Eine Social Media-Guideline minimiert das Risiko. Sie legt fest, welche Mitarbeiter sich zu welchen Themen wie äußern dürfen.

Social Media ist ein Thema, mit dem sich jedes Unternehmen kritisch auseinandersetzen sollte. Losgelöst von oft den zitierten Plattformen Facebook, Xing & Co. steht es für einen Paradigmenwechsel der Kommunikation im Web. Menschen führen öffentliche Gespräche, ob beruflich oder privat. Für Unternehmen entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Es lauern aber auch Risiken, die kalkuliert werden müssen.

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